Dienstag, 14. Mai 2013

Lamborghini Egoista - Ein Geschenk wie aus dem Bilderbuch!

Lamborghini wird 50. Ein Alter in dem man Krawatten und Unterhosen zum Geburtstag nicht mehr sehen kann und möchte. Die einzige richtige Konsequenz ist auf seine innere Stimme zu hören und sich ausnahmsweise einen Herzenswunsch gönnen. Genau das hat Lamborghini mit dem Egoista getan. Ein Geschenk zum eigenen Geburtstag, dass aus dem eigenen Alltag heraussticht, dass den Alltag rosarot färbt und die Tristesse wieder aufregend erscheinen lässt. Ruft man sich ins Gedächtnis, dass der Alltag von Lamborghinis Fuhrpark im Endeffekt aber doch verdammt spektakulär ist, kann man ungefähr erahnen was für ein monumentales Monster Lamborghini unter der Regie von Walter De Silva geschaffen hat.











Der Egoista ist, um den typisch Gedanken wenn man so einen Wagen sieht von vorherein im Keim zu ersticken, keine Studie, sondern vollkommen fahrtüchtig. Angetrieben wird der Lamborghini Egoista von einem 5,2-Liter-V10-Motor, welcher den Wagen im Endeffekt mit 600 PS über die Straße jagt. 


Beim Egoista handelt es sich um einen Einsitzer. Das Design der Fahrerzelle und der Armaturen ist, wie schon fast traditionell, am Design eines Kampfjets angelehnt.  Obendrein lässt sich die Zelle als ganzes, hier wurde stark in Richtung der Apache-Kampfhubrschrauber gespinkst, entfernen. Was kann bei einer solchen Mixtur von Einflüssen noch schief gehen? Die Karosserie und äußere Designsprache des Lamborghini Egoista verkörpern das Emblem Lamborghinis, einen angreifenden Bullen, und diverse Merkmale eines Kampfjets. Wie nicht anders zu erwarten wurden Leichtbaumaterialien wie Carbon und Aluminium zum Großteil verbaut,  was das Manko von nicht vorhanden trittfesten Stellen auf der Karosserie mit sich bringt. Bis diese Eigenschaft von Flugzeugen bei Lamborghinis  Einzug hält, wird es wohl noch dauern. Bei der Karosserie dagegen hat das Stealthbomberzeitalter Einzug gehalten: Antiradar-Material!


Das einzige Manko ist, der Egoista bleibt wohl ein Einzelstück. Die Frage ob der Lamborghini Egoista alltagstauglich sein wird, wird wohl noch zu klären sein. Unterwegs einen Brief in den Briefkasten am Straßenrand zu werfen könnte ein wenig dauern, denn um aussteigen zu können muss der Fahrer das Lenkrad abnehmen und auf die Armaturen legen, dann die Kuppel elektronisch öffnen, sich auf den Sitz stellen, auf der linken Seite auf eine extra verstärkte und indizierte Stelle setzen, dann auf seinem Hintern um 180 Grad mit angezogenen Beinen drehen, Beine ausstrecken und auf den Boden stellen, schnell zum Briefkasten laufen, zum Egoista zurücklaufen und dann die ganze Tortur rückwärts. Aber wann gingen Alltagstauglichkeit und Lamborghini schon mal Hand in Hand? Eben! Und das ist auch gut so!


     

Donnerstag, 2. Mai 2013

Spiel es ein letztes Mal, Schumi!

Jede einzelne Ausgabe des 24-Rennen am Nürburgring ist etwas denkwürdiges. Dieses Jahr wird das Rennen mit etwas einzigartigem garniert. Damit ist nicht die Tatsache gemeint, dass wir von Karrenkult auch vor Ort sein werden, sondern dass zum ersten Mal seit fast 60 Jahren ein aktueller Silberpfeil über die Nordschleife gehetzt werden wird. Der Fahrer ist ein weiteres Bonbon. Gesteuert wird der F1 W02 von Michael Schuhmacher! Väter, nehmt eure Töchter, Mütter nehmt eure Söhne und Großeltern packt eure Enkel ein, denn es wird die wahrscheinlich letzte Möglichkeit Michael Schuhmacher öffentlich in Formel 1 Aktion zu sehen und das obendrein auf der Nordschleife! Die ganze Aktion ist eine Danksagung und Verneigung Schuhmachers an und vor seinen einheimischen Anhängern. 


Dienstag, 23. April 2013

Karrenkult TOP 10 Nr. 8: Frühlingsgefühle

Endlich streckt der Frühling seine Fühler aus. Zeit für die eine oder andere Lustfahrt auf der Landstraße. Wir haben die passenden Lieder. Hier die offiziellen:

"Karrenkult TOP 10 für eine sonnige und rasante Samstagnachmittagsausfahrt, mit kühlem Getränk und offenen Fenstern"

10. Val McKenna - Now That You've Made Up Your Mind
09.Tom Petty - I Won't Back Down
08. Manfred Mann - Blinded By The Light
07. Lynyrd Skynyrd - Simple Man
06. Suzi Quatro - Can The Can
05. Twisted Sisters - We're Not Gonna Take It
04. Kiss - 2000 Man
03. Frank Sinatra - Forget Domani
02. The Chapters - Can't Stop Thinking About Her
01. Herb Alpert & The Tijuana Brass - Monday, Monday


Freitag, 19. April 2013

Grand Prix - Das F1 Denkmal


Wir von Karrenkult sind empathisch. Wir haben größte Sympathien für unsere katholischen Freunde die sich wegen Missbrauch und anderen Dingen Kritik ausgesetzt sehen und sich wegen eines inzwischen durchaus gesellschaftsfähigen Katholikenhasses permanent in der Defensive und nahe dem Martyrium befinden. Aber wir sind nicht parteiisch! Daher haben wir für alle Anhänger verfolgter Gruppierung Mitleid, Sympathie und Solidarität. Denn die traurige Nachricht ist: Wir werden auch verfolgt! Als Freund der Formel 1 sieht man sich seit Jahren den immer gleichen Anschuldigungen konfrontiert. Formel 1 ist kein Sport! Im Kreis fahren ist langweilig! Dabei zuschauen noch viel mehr! Formel 1 ist umweltschädlich! An den Reifen der Formel 1 klebt Blut! Die Hasen in Spa haben Gehörprobleme! Die Autos sind nicht ästhetisch! Die Liste der Vorwürfe lässt sich unendlich weiterführen. Grund für diese Art von Rassismus ist Unwissenheit. Die Angst vor Unbekanntem, was man in seiner Gänze aufgrund Unwissenheit nicht nachvollziehen kann, treibt den Mensch dazu an vorurteilsbeflügelte Urteile zu fällen. In Sachen Religion sind wir überfragt. In Sachen Formel 1 können wir jedoch Abhilfe verschaffen. Sollte nächstes mal bei der Dinnerparty über die eigenen Formel 1 Leidenschaft rund um den Tischer herum wieder einmal die Nase gerümpft und der kleine Finger abgespreizt werden, einfach den Rümpfenden die “Grand Prix” Blu-Ray in die Hand drücken und verabschieden.



„Grand Prix” von 1966, geschaffen von John Frankenheimer, ist unübertrieben ein Meisterwerk. Ein Meisterwerk für Liebhaber und Aufklärungswerk für Zweifler, denn bis zum heutigen Tag hat es kein Film in vergleichbarer Weise geschafft die Aspekte der Formel 1, welche eben die Faszination ausmachen, auf die Leinwand zu bringen und in der Gänze ihres Spektrums umfassend darzustellen. Die überraschende Erkenntnis: Der Kern der Formel 1 ist beständiger als man aufgrund der ständigen Regeländerungen und dem Wandel des Gesichts des Sportes innerhalb der letzten 40 Jahre annehmen könnte. Der enorm hohe Grad an Realismus, den der Film auszeichnet, spiegelte sich sowohl in der Darstellung der Rennen, als auch auf psychologischer Ebene wieder. Selbst das paar Jahre später erschienene “Le Mans” mit Steve McQueen, der ja als Realitätsfetischist durchaus bekannt war, hat keine, auch für heutige Standards, derartig detaillierten und rasanten Aufnahmen der Boliden. Detailaufnahmen der Cockpits, gepaart mit wahrnehmbaren Impressionen von arbeitenden Autoparts, wie den Stoßdämpfern bei jeder noch so kleinen Bodenunebenheit, und die Ruhe des Regisseurs einfach mal zwischendurch eine komplette Runde durch die Augen einer an der Front eines Boliden angebrachten Kamera zu zeigen begeistern.


Die Hintergrundgeschichte ist relativ simpel und dennoch packend, die romantischen Damengeschichten einfach mal ignoriert. Hauptprotagonisten, die unter anderem die verschiedenen Fahrerprototypen symbolisieren, sind vier Fahrer die um den Weltmeisterschaftstitel kämpfen. Es gibt den sorglosen Draufgänger, den zweifelnden Philosophen, den Verstoßenen mit dem Killerinstinkt und den verletzten, rastlosen Rückkehrer. Durch ihre Geschichte, ihre Sichtweisen auf den Sport, ihre Konflikte mit sich selbst und dem Umfeld, wird auf wundervolle Weise anschaulich dargelegt, wieso und warum Formel 1. Der Wahrheitsgehalt, ein erschreckend prophetischer sogar, des Filmes erreicht am Ende vor dem letzten Rennen seinen Höhepunkt. Betrachtet man Archivaufnahmen des melancholischen Sennas vor dem Start in Imola 1994 und vergleicht diese mit dem fiktiven Material des Filmes, so wird klar, dass die psychologischen Profile des Filmes weit über Fiktion hinausgehen und die bis heute unveränderte Gefühlswelt der Fahrer widerspiegelt. Die richtiger Weise bis heute noch immer andauernde Sicherheitsdebatte hinsichtlich Zuschauer an der Strecke und der Fahrer auf der Strecke wird schlicht, aber mehr als passend, durch Fahrersitzungen und tödliche Zuschauerunfälle ins Bewusstsein gerückt. Sensationsgeilheit der Medien wird durch ein paar Brandnarben thematisiert.


“Grand Prix” ist ein wahrlicher Fundus an Querverweisen innerhalb der traditionsreichen Geschichte  der Formel 1. Ein für Historiker unglaublich schmackhafter Leckerbissen ist mit Sicherheit die Inszenierung. Lange andauernde Panoramen, fernsehübertragungsnahe Einstellungen und Aufnahmen des Umfeldes der Strecken lassen den Wandel der Zeit intensiv erleben. Monaco mit kurzem Tunnel und kaum Hotels, Spa im Regen mit fast nichts als Wald und ein Monza mit der unendlichen Steilkurve. Der einzige Wehmutstropfen ist, dass es keine Aufnahmen vom Rennen auf dem Nürburgring gibt. Zweiter Leckerbissen ist, dass durch die Aufnahmen John Frankenheimer die Originalteams überzeugen konnte teilzunehmen und das Fahrer wie Graham Hill und Jochen Rindt an den Fahrtaufnahmen mitwirkten. Im Film fällt der Satz, frei übersetzt: “Um etwas gefährliches zu machen, ist das Fehlen von Vorstellungskraft sehr nützlich.” Zu sagen John Frankenheimer und seinem Team hätte Vorstellungskraft gefehlt wäre anmaßend, aber durch das Weglassen von fiktiven Elementen, übernatürlicher Dramatisierung und Glorifizierung ist es gelungen der Formel 1 ein mahnendes und zugleich feierndes Denkmal, inklusive Ouvertüre und Zwischenspiel, zu setzen.